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New York wir kommen!

05.09.2019

Schwanger in den Urlaub? Na klar!

„Komm gut wieder heim“, haben sie gesagt. „Bring ja keinen Amerikaner mit nach Hause“, haben sie gesagt. „Klar Leute, ich bin nur schwanger und erst in der 26. Woche. Wir haben ja noch 13 Wochen. Bis nächste Woche!“


Schwanger. New York. Verlobung. Eine perfekte Woche?
Schwanger. New York. Verlobung. Eine perfekte Woche?

Der Plan war eine Woche nochmal als Paar in den Urlaub und zwar in die Stadt meiner Träume - New York. Das ich schwanger war, war für mich kein Problem. Ich war in ständiger Routinekontrolle, fühlte mich pudelwohl und hatte ja noch ewig Zeit bis zur Geburt.

Mein kleiner süßer Bauch versteckte sich bei der Immigration brav unter meinem Pulli. Dann ging es raus aus dem Flughafen, rein in die Stadt, endlich waren wir da! Die ersten Tage unserer Reise besuchten wir die namhaften Highlights der Stadt. Ich kam mir fast schon ein wenig besonders vor, da alle so super freundlich und zuvorkommend zu mir als Schwangere waren. Die Woche wurde perfekt als ich am vorletzten Tag meinen Heiratsantrag auf dem Empire State Building bekam – I said yes!

Augen auf, Schmerzen an.

Am nächste Morgen wachte ich also mit Schmerzen im Bauch auf, wahrscheinlich war es etwas zu viel; zu viel gelaufen und zu viel Programm für den kleinen Bauchbewohner und mich. Füße hoch, Magnesium rein und Entspannung für den heutigen Tag hieß es von der Hebamme in Deutschland aus. Morgen sollte es ja schon wieder nach Hause gehen.

Doch es sollte etwas anders laufen als geplant. Nachdem es Stunden später auch nicht besser wurde, ging es während der rush hour mit dem Taxi zur Kontrolle in das Bellevue Hospital in der 1st Avenue.

Dort angekommen war es relativ schnell klar:„the baby is coming tonight!“ Als das mein frisch Verlobter hörte, konnte man den Schock in seinem Gesicht sehen. Mit nur ein paar Pillen oder etwas länger im Krankenhaus bleiben, bis es sich beruhigt hatte – dieser Zug war abgefahren.

Augen zu und durch

Babyglück – zu früh in einem fremden Land: 36 cm und 1140 Gramm
Babyglück – zu früh in einem fremden Land: 36 cm und 1140 Gramm

Dass eine Geburt kein Spaziergang ist, brauche ich nicht zu erwähnen. Doch 12 Wochen zu früh und in einem fremden Land sein Kind auf die Welt zu bringen: Horror. Zum Glück war ich vor lauter Schock gefühlt nicht „in meinem Körper“. Dann brachte ich mein viel zu kleines Baby auf die Welt, das mir nach einem Sekunden-Blick und Foto natürlich gleich abgenommen wurde.

Da lag er nun, mein kleiner Frosch, 36 cm und 1140 Gramm schwer.

Überleben: Hour by hour, day by day.
Überleben: Hour by hour, day by day.

Die ersten Tage hörten wir nur: Hour by hour, day by day. Das hieß so viel wie, wir müssen von Stunde zu Stunde und von Tag zu Tag schauen. Unser Sohn musste alles erst lernen, er musste nicht nur zunehmen und wachsen, sondern er musste alles viel schneller lernen und können als im Normalfall. Atmen, schlucken und vom Trinken ganz zu schweigen. Er musste einfach überleben, um jeden Preis.

Unser Job war es nun ihn zu unterstützen, wo wir nur konnten. Wir fuhren jeden Morgen ins Hospital nachdem ich entlassen wurde und spätabends verließen wir das Krankenhaus wieder. Wir feierten jedes Gramm, das er zunahm und sorgten uns bei jeder Verschlechterung unfassbar. Was uns hier von der ersten Sekunde an klar war: In diesem Krankenhaus ist unser Sohn in den besten Händen. So verging Woche um Woche des Kampfes „einfach groß und stark zu werden“, um schnellstmöglich nach Deutschland zurückzukehren. Wir erhielten kostbaren Besuch von unseren Familien aus Deutschland.

Ohne Versicherung keine perfekte Woche: Glücklich aber erschöpft
Ohne Versicherung keine perfekte Woche: Glücklich aber erschöpft

Ebenso hatten wir von der ersten Sekunde an, Unterstützung und Betreuung von unseren Versicherungen. Wer zahlt diese aufwendigste Intensivbehandlung? Wie kommen wir, wenn es gesundheitlich möglich ist, wieder nach Hause? Fragen über Fragen, die mein Mann klären musste.

Zum einen musste der kleine Amerikaner privat krankenversichert werden, zum anderen mussten wir über die Möglichkeit des Rücktransportes sprechen. Wir sahen uns schon in 4 Wochen im Linienflugzeug nach Hause fliegen. Nach ein paar Tagen war schnell klar: Das ist utopisch. Was hatten wir für ein Glück eine Auslandsreisekrankenversicherung zu haben, die uns als Familie nicht mal 20€ im Jahr gekostet hat. Diese und unsere private Krankenversicherung arbeiteten von Anfang zusammen als Team, was uns einiges Sogen nehmen konnte. Wir konnten uns komplett auf unseren Sohn und dessen Stärkung kümmern – was für ein Segen.

Linienflug nicht möglich: Die Rückreise im "Intensivflieger"
Linienflug nicht möglich: Die Rückreise im "Intensivflieger"

8 Wochen später, nach vielen „up and downs“, war der große Tag gekommen: Wir durften unseren Schatz endlich mit nach Hause nehmen. Bei uns ging es nicht wie üblich mit der Babyschale aus dem Krankenhaus zum Auto und ab nach Hause. Es war ein klein wenig komplizierter. Wir wurden von einem super Team (Kinderchefarzt und Frühchenintensivschwester), die eigens aus Frankfurt eingeflogen wurden, abgeholt und es ging mit dem Inkubator inkl. Beatmung in der Nacht um 3.00 Uhr und in den Krankenwagen. Eine gefühlte Ewigkeit ging es im Schneckentempo aus Manhattan raus und auf einen außerhalbgelegenen Flughafen. Von dort aus ging es mit einem Intensivflieger über zwei Stops in Kanada und Island zurück nach Nürnberg.

Was für ein Meilenstein für uns drei. Unser Sohn verschlief zum Glück das meiste der Reise und somit kamen wir 15 Stunden später im Krankenhaus in Nürnberg an. Nach weiteren zwei Wochen aufpäppeln vom Feinsten, durften wir unser kleines Wunder endlich mit nach Hause nehmen.

Mein großes Glück war es meinen starken Mann jede Sekunde an meiner Seite zu haben und gemeinsam durch diese schwere Zeit zu fighten. Einen so unfassbar starken Kämpfer als Sohn zu haben und natürlich unsere Familien und Freunde im Backround zu haben. Nicht zu vergessen die Versicherungen, die unser 2.000.000 $ Baby von der ersten Sekunde an gesponsert haben.

„Bringt ja keinen Amerikaner mit nach Hause“, haben sie gesagt.
Es kommt oft anders als man denk, einem selbst passiert sowas doch nicht. Seither denke ich anders darüber nach: Mich hat es bitter kalt erwischt und ich war unfassbar froh für diese 20€ Versicherung.


New York

Wir kommen immer wieder!