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26.11.2019

Private Krankenversicherung

Fluch oder Segen?!

Du überlegst deine gesetzliche Krankenversicherung zu kündigen und in die private Krankenversicherung zu wechseln? Dieser Wechsel muss ein wohl überlegter Schritt sein. Wir gehen sogar so weit zu sagen, dass es eine Lebensentscheidung ist. Es kann total sinnvoll sein, aber auch nahezu selbstmörderisch. 

Aus diesem Grund möchten wir zuerst einmal darauf eingehen unter welchen Voraussetzungen du überhaupt in die private Krankenversicherung wechseln kannst und worauf du dabei achten solltest: 

Gesundheit verdient ein starkes Backup – besonders in Momenten, in denen schnelle und hochwertige Versorgung zählt. Die private Krankenversicherung bietet dir Top-Behandlung, kurze Wartezeiten und echte Wahlfreiheit. 

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1. Wer darf überhaupt grundsätzlich wechseln?

Zunächst kommt es auf deinen Beruf an: Beamte, Selbständige, aber auch Angestellte können sich grundsätzlich versichern. Bei Angestellten ist die Jahresarbeitsentgeltgrenze wichtig. Diese liegt in 2019 bei 60.750 EUR Bruttojahreseinkommen (inkl. regelmäßiges Urlaubs- und Weihnachtsgeld).

Weiter können sich Studenten zu Beginn Ihres Studiums frei entscheiden und in die private Krankenversicherung mit speziellen Studententarifen wechseln. Nach dem Abschluss des Studiums, ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung möglich. 

Yavar ist ein ausgewiesener Spezialist wenn es um die private Krankenversicherung geht. Bei Fragen rund ums Thema könnt ihr ihn gerne fragen. 

Pflaster auf weißem Hintergrund in Kreuzform
Nimm dir für die Beantwortung der Gesundheitsfragen ausführlich Zeit und greife bei Bedarf auf die gesetzliche Krankenversicherung inkl. Verlauf deiner evtl. bestehenden Vorerkrankungen zurück.

2. Du solltest gesund sein! 

Hier sind wir bei einem extrem wichtigen Punkt! Bevor der Antrag angenommen werden kann, musst du einen extrem umfangreichen Fragebogen mit Gesundheitsfragen beantworten. Das ist eine wichtige Grundlage und hierfür solltest du dir wirklich sehr viel Zeit nehmen. 

Warum stellt die Versicherung Fragen? Bei der privaten Krankenversicherung wird die Prämie aufgrund von Eintrittsalter und Gesundheitszustand ermittelt. Somit gibt es zum Beispiel Vorerkrankungen, die einen Wechsel ausschließen wie z.B. Krebserkrankungen, psychische Erkrankungen oder MS. 

Natürlich gibt es Erkrankungen, die die Annahme nicht ausschließen, aber erschweren. Dazu zählen z.B. Asthma, Diabetes, Rückenleiden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Egal wie, hier gilt: Lieber zu ausführlich als zu knapp antworten und die Fragestellungen in den Anträgen beachten. 

 

Tipp: Nimm dir für die Beantwortung der Gesundheitsfragen ausführlich Zeit und greife bei Bedarf auf die gesetzliche Krankenversicherung inkl. Verlauf deiner evtl. bestehenden Vorerkrankungen zurück.

Geldmünzen zu mehreren Türmen aufgebaut

3. Du solltest gut verdienen!

Bei der privaten Krankenversicherung ist der medizinische Fortschritt grundsätzlich mitversichert. Somit kann es und wird es zu Beitragsanpassungen kommen. Du solltest somit nicht mit dem letzten EUR rechnen, um die Prämie bezahlen zu können.

Insgesamt gilt aber, dass auch eine Anpassung in der gesetzlichen Krankenversicherung stattfindet und dies sogar auf zwei Wegen: Der erste Weg ist die Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze (2009: 44.100 EUR, 2019: 54.450 EUR). Die Beitragsbemessungsgrenze ist höchste Gehaltsstufe zur Berechnung des Krankenversicherungsbeitrages. Der Zweite wäre eine Leistungskürzung – auch das ist bei der gesetzlichen Krankenversicherung möglich. 

Es sollte also nicht mit dem letzten Euro gerechnet werden, allerdings muss man auch die Anpassungen in der gesetzlichen Krankenversicherung beachten. 

Versicherungsmakler schaut auf die Seite

4. So jung wie möglich einsteigen! 

Wie vorher schon erwähnt ist die Beitragsgrundlage das Eintrittsalter und der Gesundheitszustand. Je jünger desto günstiger! Grundsätzlich gibt es aber kein maximales Eintrittsalter, allerdings steigt der Beitrag mit steigendem Eintrittsalter und auch das Risiko eine gesundheitliche Beeinträchtigung zu haben.

Benny empfiehlt so früh wie möglich zu wechseln, damit der Umstieg in die private Krankenversicherung nicht an der Gesundheitsprüfung scheitert

Zwei Kinder, die sich an den Händen halten

5. Bitte berücksichtige deine Familienplanung! 

Du bist Single und hast keine Kinder? Dann fällt die Entscheidung, in eine private Krankenversicherung zu wechseln meist einfacher. Wenn du jedoch Familie hast oder diese planst, solltest du vorbereitet sein. Eine Familienversicherung wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es nicht, das heißt die Beiträge für die gesamte Familie müssen berücksichtigt werden. Auch während einer Elternzeit muss der Beitrag zur privaten Krankenversicherung bezahlt werden. Der deutlich besseren Leistung für die komplette Familie sollte hier jedoch viel Beachtung geschenkt werden! 

Wenn es eine Familienplanung gibt, sollte der Wechsel nochmal eingehender geprüft werden. Es sollte den Wechsel aber nicht ausschließen. 

Pfeil, der nach links zeigt. Hintergrund Strasse.

6. Kann ich zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln? 

Solange du unter 55 Jahre alt bist – auf jeden Fall. Die Voraussetzung hierfür ist aber, dass du in den letzten 12 Monaten unter der Versicherungspflichtgrenze verdient hast (2019: 60.750 EUR). 

Selbständige und Freiberufler können wechseln, indem sie ein versicherungspflichtiges Einkommen als Angestellter haben und unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdienen.  

Der Weg zurück ist grundsätzlich möglich, aber nur unter gewissen Umständen. Das Warum ist die Frage... 

Seniorchef hält linke Hand am Kinn

7. Kann ich mir die Beiträge im Alter leisten? 

Wenn du das bisher geschriebene beachtest, kann es im Alter sogar noch ein Vorteil gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung sein. Du musst dir aber schon bei Einstieg einen Gesamtplan machen (das meinte ich mit Lebensentscheidung). Es gibt die Möglichkeit von Beginn an eine Beitragsentlastung einzubauen und zusätzliche würde ich immer empfehlen, einen flexiblen Sparplan parallel zu bezahlen, um Beitragsanpassungen auszugleichen. Des Weiteren sind die Beitragsrückerstattungen ebenfalls schlau anzulegen. Nicht nur der Wechsel ist wichtig, sondern auch der gesamte Weg in der privaten Krankenversicherung.  

Fragt Reinhold... Aus der Praxis für die Praxis. Aktuell steht er kurz vor dem Ruhestand und hat die Vorsorge für die Bezahlung der Beiträge im Alter gut und sinnvoll geregelt. 


Hier nochmal die Vor- und Nachteile auf einen Blick:

Vorteile

✓ Leistung

✓ Beitrag

✓ Hochwertige Medikamente 

✓ bevorzugte Behandlung

✓ Beitragsrückerstattung

✓ individuelle Tarife

✓ Einblick in die Abrechnung

Nachteile

✗ Wechsel zurück in GKV schwer

✗ Gesundheitsprüfung bei Antragsstellung 

✗ Keine Beitragsfreiheit bei Mutterschaft- und Erziehungszeiten 

✗ keine Familienversicherung

✗ evtl. Vorleistung bei Rechnungen  


Fazit der Insurance Avengers

Natürlich passt es nicht immer und ob man das System grundsätzlich gut oder nicht gut findet, muss jeder selbst entscheiden. Definitiv ist es keine Absicherung für Jedermann, aber Fakt ist: Man merkt immer erst was man hätte brauche können, wenn es zu spät ist. 

Fakt ist außerdem, die gesetzliche Krankenversicherung steigt bei vielen Themen aus (z.B. Reha-Maßnahmen, Physiotherapie oder Originalmedikamente ohne Nebenwirkungen). Als „normaler“ Mensch weiß man es schlichtweg nicht und man sollte, wenn die Voraussetzungen passen, frühzeitig mit dem Augenmerk auf den Leistungsumfang absichern. Die Gesundheit ist das Wichtigste überhaupt – das sollte man sich vor Augen führen und nicht zwingend immer mit Beitrag aufrechnen!